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Barrierefreiheit mit WordPress

WordPress selbst kann barrierefrei sein — die Probleme kommen meist über Theme, Plugins und Seitenbausteine.

Häufige Fundstellen

Themes mit zu geringem Kontrast oder ohne sichtbaren Fokus, Slider-Plugins ohne Pause/Tastaturbedienung, eingebettete Formulare (Contact Form 7 & Co.) mit unbeschrifteten Feldern, Bild-Blöcke ohne Alt-Text, und Page-Builder, die aus Überschriften bloße große Textabsätze machen. Die WordPress-Kernredaktion ist meist nicht das Problem — die Schicht darüber schon.

Theme prüfen und auswählen

Ein Theme entscheidet über Kontrast, Fokus-Darstellung, Überschriften-Struktur und Tastaturbedienung der Navigation. Prüfkriterien vor der Wahl: Tab-Taste durch die Seite — ist der Fokus immer sichtbar? Menü ohne Maus bedienbar? Farbkontrast von Text und Buttons mindestens 4,5:1? Blockbasierte Standard-Themes (Twenty Twenty-Four/-Five) sind ein solider Ausgangspunkt; bei gekauften Themes hilft ein Blick in die Demo mit ausgeschaltetem CSS und mit dem Tastatur-Test.

Im Block-Editor sauber arbeiten

Überschriften-Blöcke in der richtigen Reihenfolge verwenden (eine H1 pro Seite, keine Ebene überspringen) — nicht Text nur groß und fett machen. Jedem Bild-Block einen Alt-Text geben, rein dekorative Bilder ausdrücklich als dekorativ markieren. Für Handlungen den Button-Block nutzen, für Seitenwechsel echte Links. Listen als Listen-Block, nicht als Absatz mit Strichen. Tabellen nur für echte Tabellendaten und mit Kopfzeile.

Plugins und Formulare

Formular-Plugins (Contact Form 7, WPForms, Gravity Forms) erzeugen nur dann zugängliche Formulare, wenn jedes Feld ein sichtbares, verknüpftes Label hat und Fehlermeldungen dem Feld zugeordnet sind — Platzhaltertext allein reicht nicht. Slider und Karussells brauchen eine Pause-Taste und dürfen den Tastatur-Fokus nicht einsperren; im Zweifel weglassen. Page-Builder (Elementor, Divi, WPBakery) sind nicht per se unzugänglich, verleiten aber zu verschachtelten div-Strukturen ohne Semantik — hier besonders auf Überschriften und Fokus achten.

Testen

Drei schnelle Tests ohne Zusatzsoftware: (1) die Seite nur mit der Tastatur bedienen — Tab, Enter, Pfeiltasten; kommt man überall hin und wieder heraus? (2) im Browser auf 200 % zoomen — bleibt alles lesbar und bedienbar? (3) eine Browser-Erweiterung wie WAVE oder axe DevTools laufen lassen. Der Gratis-Scan von a11yglass prüft zusätzlich das ausgelieferte HTML deiner Startseite auf Kontrast, Alt-Texte, Labels, Sprache und Struktur und nennt je Befund das WCAG-Kriterium.

Häufige Fragen

Macht ein Barrierefreiheits-Plugin meine Seite konform? Nein — Overlay-Plugins, die per Widget Kontrast und Schriftgröße umschalten, beheben die strukturellen Probleme nicht und werden von Betroffenenverbänden kritisiert. Welches Theme ist barrierefrei? Es gibt kein Siegel; entscheidend ist die Umsetzung im konkreten Fall — die Prüfkriterien oben helfen bei der Auswahl. Braucht meine WordPress-Seite eine Barrierefreiheitserklärung? Das hängt davon ab, ob die Seite unter das BFSG fällt (elektronischer Geschäftsverkehr) oder eine öffentliche Stelle betreibt — siehe die Seite zur Barrierefreiheitserklärung.

Wie a11yglass hilft

Der kostenlose Scan prüft das ausgelieferte HTML und CSS auf automatisch erkennbare WCAG-Verstöße und nennt je Befund das Erfolgskriterium und eine konkrete Maßnahme. Er findet grob 20–35 % der Probleme und ersetzt keine vollständige Prüfung.

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Allgemeine Information nach bestem Wissen, kein Rechtsrat. Für den Einzelfall eine auf IT-Recht spezialisierte Kanzlei hinzuziehen.